Fortsetzung der VDW Online Jahrestagung 2020 zur Frage „Was heißt wissen?“

Am 23. Februar ging es weiter mit „Was heißt wissen?“. Zum dritten Mal diskutierten wir, was wissen für uns bedeutet, aus ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven, aber auch für uns persönlich.

Gehirnforscher Prof. Ernst Pöppel erklärte uns zehn Gründe notwendiger Dummheiten, Chief Progress Officer Gabriele Zedlmayer gab uns einen Einblick in ihre Arbeit, ob mehr wissen immer besser ist, diskutierten wir mit Prof. Armin Nassehi, durch Prof. Moritz Riede wissen wir mehr zu organischen Solarzellen, welches Wissen wir aus Literatur erhalten können erfuhren wir von Prof. Jürgen Wertheimer, und welches wissen wir aus unterschiedlichen Wendungen im Leben ziehen können, erfuhren wir von Eva Sichelschmidt.

Wie bei den ersten Teilen der Veranstaltungsreihe (einen Rückblick zu Teil 1 finden Sie hier, zu Teil 2 hier) erhielten wir erneut wunderbares und konstruktives Feedback. Umso mehr freuen wir uns daher auf den vierten Teil am 27. April 2021.

Eindrücke der Veranstaltung

Prof. Jürgen Wertheimer: Wie schafft Literatur wissen? Wissen zwischen Gleichförmigkeit und Vielfalt

Einblicke eines Literaturwissenschaftlers.

Das Video finden Sie hier.

Gabriele Zedlmayer: Wissen, was sinnvoll ist – Blick ins Leben einer Chief Progress Officer.

Einblicke einer gesellschaftlichen Innovatorin.

Das Video finden Sie hier.

Prof. Armin Nassehi: Was bedeutet wissen für Gesellschaften und Protestbewegungen?

Einblicke eines Wissenssoziologen.

Das Video finden Sie hier.

Eva Sichelschmidt: Wissen, Worte, Whisky: wie wissen wir was wir wollen und wie geht genießen?

Einblicke einer Roman-Autorin und Geschäftsfrau.

Das Video finden Sie hier.

Prof. Ernst Pöppel: Wie wir uns nicht entgehen können. 10 Gründe notwendiger Dummheit.

Einblicke eines Hirnforschers.

Das Video finden Sie hier.

Referierende

Prof. Ernst Pöppel hat Psychologie und Biologie in Freiburg (Breisgau), München und Innsbruck studiert, und in den Max-Planck-Instituten für Verhaltensphysiologie und für Psychiatrie, dann am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) an Problemen der visuellen Wahrnehmung und der zeitlichen Organisation des Verhaltens gearbeitet. Er gründete 1976 das Institut für Medizinische Psychologie und 1996 das Humanwissenschaftiche Zentrum an der LMU München. Von 1992 bis 1997 war er als Vorstand im Forschungszentrum Jülich zuständig für Umweltforschung und Lebenswissenschaften. Seit 2002 ist er Gastprofessor an der Peking University. Ernst Pöppel ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (ML), der Academia Europaea (MAE, London), der European Academy of Sciences and Arts (Salzburg) und der Russian Academy of Education (Moskau). Sein politisches Motto ist: „Scientists are Natural Ambassadors“.

Prof. Dr. Armin Nassehi ist Professor für Kultursoziologie, Politische Soziologie, Religionssoziologie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Aufgewachsen in München, Teheran und Gelsenkirchen, promovierte er sich 1992 und habilitierte sich 1994.

Prof Nassehi wurde 2012 mit IDIZEM Dialogpreis ausgezeichnet. 2018 erhielt er den Preis für Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und folgte der Schader-Preis 2021. Zu seinen Werken gehören unter anderem Die letzte Stunde der Wahrheit. Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft und Gab es 1968? Eine Spurensuche. In seinem 2019 erschienen Buch Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft befasst sich Prof. Nassehi mit der Fundierung des Digitalen in der Moderne.

Moritz Riede Portrait

Zu Prof. Dr. Moritz Riedes wissenschaftlichen Interessen gehören unter anderem erneuerbare Energien und Energiepolitik. Seit 2013 ist er Professor im Condensed Matter Physics Subdepartment des Physics Department der Oxford Universität. Zuvor war er sechs Jahre am Institut für Angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden.

Von 2014 bis 2019 engagierte er sich innerhalb der Global Young Academy, einer internationalen jungen Akademie, die eine Leidenschaft für Wissenschaft zum Nutzen der Gesellschaft teilen. Seit Dezember 2019 ist Moritz Riede Teil des Advisory Boards eines Start Ups aus der Nähe San Franciscos das sich auf machine learning konzentriert.

Eva Sichelschmidt war nach ihrer Ankunft in Berlin Kreuzberg zunächst Schneiderin und später in Hamburg Kostümbildnerin. 1997 gründete sie in Berlin ihr Geschäft „Whisky & Cigars“, in dem ca. 1000 Whisky-Abfüllungen und edle Zigarren verkauft werden. Zu Geschmack und Genuss meint sie: „Auch Geschmack muss gebildet werden und zum Genießen muss man sich Zeit und Muße nehmen“.

Eva Sichelschmidts Themen sind vielseitig. Beim Deutschlandfunk äußerte sie sich unter anderem zu Weinstein Prozess, dem Schulessen in Berlin, in der SZ zu der Bedeutung von Schlaf und ihrer Liebe zur Paris Bar. Darüber hinaus hat Eva Sichelschmidt zwei Romane veröffentlicht: Die Ruhe weg und Anfang 2020 Bis wieder einer weint, das für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde.

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer arbeitet an der Universität Tübingen im Bereich Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, und Komparatistik an der Universität Tübingen. 1984/1985 habilitierte er sich mit der Habilitationsschrift zum Thema „Der Güter Gefährlichstes, die Sprache“. Zur Krise des Dialogs zwischen Aufklärung und Romantik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2013 erhielt er den Prix international de la Laïcité verliehen durch das Comité Laïcité République. In seiner Rede erläuterte er, dass die Macht der Literatur oft unterschätzt würde.

In seinem 2020 erschienen Buch „Europa – Eine Geschichte seiner Kulturen“ befasst sich Prof. Wertheimer unter anderem zur Europäischen Identität und stellt dabei einen Zusammenhang zu Ausgrenzung her.

Gabriele Zedlmayer studierte Wirtschaftswissenschaften in den USA. Sie ist bei der Firma HP für die Social Innovation Programs verantwortlich und sitzt bei HP im Management Board der der Initiative „Junior Achievement Europe, Middle East and Africa“. Außerdem ist sie Teil des e-Skills Leadership Board der EU-Kommission und sitzt unteranderem im Beirat der virtuellen University of the People und der Universität Bayreuth.

Frau Zedlmayer arbeitet mit zahlreichen gemeinnützigen Organisationen aber auch Regierungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen zusammen, um Lösungen für ökologische und soziale Probleme zu finden. Insbesondere beschäftigt sie sich mit der Art und Weise wie Technologie unsere Lebens- und Arbeitsweise verändert und wie sie genutzt werden kann um positive Veränderungen herbeizuführen. 2011 wurde sie von Newsweek als eine von 150 “women who shake the world” geehrt, und 2015 wurde sowie 2017 von InspiringFifty als 50 inspirierendsten Frauen der Europäischen Technologiebranche genannt.

Programm

Beginn: 14:30

Einführung ins wissen – Dr. Maria Reinisch, Geschäftsführerin VDW

1. Teil

Impulsvorträge mit anschließender Diskussion

Wie wir uns nicht entgehen können. 10 Gründe notwendiger Dummheiten.

Prof. Ernst Pöppel – Einblicke eines Hirnforschers

Er ist einer der international führenden Hirnforscher.

Er weiß, was in unserem Gehirn abgeht.

Er kennt sich aus mit Gegensätzen.

Er steht für Interdisziplinarität.

  • Was macht Wissen und Nichtwissen in unserem Gehirn?
  • Werden unsere Entscheidungen besser, wenn wir alle Informationen kennen?
  • Welche Formen von Dummheit sind klug?
  • Welche Formen von Klugheit sind dumm?

Wissen zwischen Business und Idealismus

Gabriele Zedlmayer – Einblicke einer gesellschaftlichen Innovatorin

Sie arbeitete 30 Jahre in IT-Unternehmen.

Sie sucht aktiv nach Lösungen für soziale und umweltpolitische Probleme.

Sie erkennt in IT die Chancen für eine bessere Zukunft.

Sie berät Bildungseinrichtungen und Unternehmen.

  • Wie wird man Chief Progress Officer?
  • Was muss man wissen, um nachhaltig helfen zu können?
  • Wo sind die Grenzen des Wissens in CSR-Projekten und wann scheitert man?
  • Was kann die Wissenschaft in Deutschland von anderen Regionen und Unternehmen lernen, um erfolgreicher den großen Herausforderungen der Menschheit zu begegnen?

Wissen zwischen Zusammenhalt und Protest

Prof. Armin Nassehi – Einblicke eines Wissenssoziologen

Er kennt die Gesellschaft.

Er ist Professor für Kultursoziologie, Politische Soziologie und Religionssoziologie.

Er ist aufgewachsen in München, Teheran und Gelsenkirchen.

Er forscht zur Entstehung und Funktion gesellschaftlicher Protestbewegungen.

  • Wie findet eine Gesellschaft den Ausgleich zwischen Partikularinteressen und Gemeinwohl?
  • Wie schaffe ich genug Distanz, um Konflikte zu vermeiden?
  • Warum braucht man Protestbewegungen – und wann wird es zu viel?
  • Warum schadet ein Zuviel an Wissen beim Finden der richtigen Lösung?

16:30 – 17:00

Pause

2. Teil

Impulsvorträge mit anschließender Diskussion

Prof. Moritz Riede – Einblicke eines Physikers

Er ist Physiker an der Universität Oxford.

Er forscht zu erneuerbaren Energien und organischen Solarzellen.

Er ist davon überzeugt, dass wir, was Nachhaltigkeit angeht, alle in einem Boot sitzen.

Er will zu Themen beitragen, die einen Mehrwert für die Gesellschaft haben.

  • Wie wird man Physiker?
  • Wie schafft man es, den Hunger der Welt nach Energie klimaneutral aus der Sonne zu stillen?
  • Wie gelingt „solar to go“ – mit kohlenstoff-basierten Materialien die Sonnenenergie einfach umwandeln?
  • Wie forscht man erfolgreich im Spannungsfeld zwischen persönlicher Vision und Verantwortung und den Business-Herausforderungen im Alltag?

Wissen zwischen Gleichförmigkeit und Vielfalt

Prof. Jürgen Wertheimer – Einblicke eines Literaturwissenschaftlers 

Er liest (fast) alles.

Er zählt zu den führenden Literaturwissenschaftlern.

Er weiß, dass die Literatur ein Schlüssel zur Seele ist.

Er sieht Ein-Deutigkeit als Konstrukt, um Vielfalt zu negieren.

Er weiß, dass man Kassandra-Rufe nicht überhören sollte.

  • Warum ist Literatur mehr als ein schöngeistiger Zeitvertreib?
  • Warum ist das politisch organisierte Europa langweilig geworden und wie kann es wieder vielfältiger werden?
  • Wie lassen sich literarische Werke zur Krisen-Früherkennung nutzen?
  • Wie kann Literatur helfen, die Menschen für die Energiewende zu begeistern?

Wissen ist die Grundlage eines jeden Handwerks

Eva Sichelschmidt – Einblicke einer Roman-Autorin und Geschäftsfrau

Sie lebt Veränderungen.

Sie schreibt Romane.

Sie wurde 2020 mit ihrem zweiten Buch „Bis wieder einer weint“ für den deutschen Buchpreis nominiert.

Sie kennt sich mit Whisky, Champagner, Rum und Literatur aus.

  • Wie wird man eigentlich Whisky-Expertin?
  • Was muss man wissen, um genießen zu lernen?
  • Wie viel Whisky muss man trinken, um einen Roman zu schreiben?
  • Wie entsteht ein Roman im Kopf und wie bringt man ihn lesbar raus?

19:00

Offizielles Ende

Mehr zur Serie: Es gibt noch so viel mehr zu wissen…

Bereits am 27. April ging es weiter mit dem vierten Teil von „Was heißt wissen?“ (mehr).

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