University: Future Festival – Under Pressure

Montag, 22. Juni 2026, 10:05 – 10:35 Uhr, Online

Angesichts globaler Krisen und politischer Spannungen wächst der Anspruch an Wissenschaft, Verantwortung zu übernehmen und zugleich ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Ist das ein Widerspruch oder eine Aufgabe, die aktiv gestaltet werden muss?

Die Frage wird aktuell intensiv in Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und wissenschaftlichen Organisationen diskutiert. Die Session bringt Perspektiven aus Wissenschaft und Wissenschaftspolitik zusammen und diskutiert, welche Rolle Hochschulen und Wissenschaftler:innen unter diesen Bedingungen von Dual Use, Forschungsethik und gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und neuerdings auch militärischen Vereinnahmungen einnehmen. Basis ist das Hamburger Manifest der VDW „Wissenschaft für Frieden, Verantwortung und globale Kooperation“. Die Teilnehmenden sind eingeladen, zentrale Konflikte gemeinsam auszuloten.

Über diese Themen diskutieren die Geschäftsführerin der VDW Dr. Maria Reinisch, VDW-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexandra Retkowski, der Vorsitzende des VDW-Beirats Prof. Dr. Hartmut Graßl sowie Heike Bartholomäus, Geschäftslführerin des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung der BTU Cottbus-Senftenberg, auf dem University: Future Festival 2026.

Das University Festival ist die größte Hybridveranstaltung zu den digitalen Zukünften der Hochschulbildung im deutschsprachigen Raum. Unter dem Motto „Under Pressure“ diskutieren Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft über die Herausforderungen und Chancen, vor denen Hochschulen heute stehen.

Nutzen Sie die Gelegenheit, spannende Debatten zur Zukunft von Wissenschaft und Hochschulen zu verfolgen und mitzudiskutieren.

Kostenlose Tickets finden Sie hier:

Referent:innen

Dr. Maria Reinisch studierte Betriebswirtschaft in München. Zu Beginn ihrer Karriere war sie 10 Jahre verantwortlich für Aufbau und Leitung des Marketings eines innovativen Startup-Unternehmens im IT-Umfeld. Ihre Promotion in Humanbiologie machte sie 2018 auf dem Gebiet der Gehirnforschung zum Thema Leadership im Kontext von Selbst- und Fremdperspektive. Sie setzt sich seit vielen Jahren für den innovativen Umbau des Energiesystems und damit verbunden für eine gelingende sozio-ökonomische Transformation ein.

Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) e.V. Davor war sie mehr als 15 Jahre als Top-Managerin in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Business Development für Siemens und Siemens Deutschland im globalen und nationalen Kontext tätig.

In aktuellen Projekten arbeitet sie u. a. zusammen mit Kommunen und Universitäten an für die Energiewende kritischen Fragestellungen im Rahmen der Sektorkopplung und im Kontext einer individualisierte Visualisierung von Energiewendemaßnahmen.

Alexandra Retkowski, Jahrgang 1975, hat Pädagogik, Soziologie und Slawische Philologie an der Georg-August Universität in Göttingen studiert. Sie promovierte am DFG Graduiertenkolleg „Generationengeschichte“. In den Jahren 2013 bis 2018 war sie Juniorprofessorin für Professionsethik. Sexualität und Macht in Schule und Sozialer Arbeit am Fachbereich Humanwissenschaften an der Universität Kassel. Seit 2019 leitet sie das Fachgebiet „Soziale Dienstleistungen für strukturschwache Regionen“ am Institut für Soziale Arbeit der BTU Cottbus-Senftenberg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Fragen des Kinderschutzes mit Schwerpunkt auf sexualisierte Gewalt, der Prävention und Aufarbeitung von Diskriminierungen in Organisationen, der sozial-ökologischen Transformation innerhalb des Sozial- und Bildungssystems sowie sozialen Wandlungsprozessen in Ostdeutschland.

Porträt Graßl

Hartmut Graßl, Jahrgang 1940, ist em. Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und ehemaliger Professor der Universität Hamburg. Er übt Funktionen in verschiedenen wissenschaftlichen, wissenschaftspolitischen und wirtschaftlichen Gremien aus. Vor seiner Rolle als Vorsitzender des Beirats war Hartmut Graßl langjähriger Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW). Zudem ist Professor Graßl u. a. Vizepräsident des Stiftungsrates des Nansen International Environment and Remote Sensing Centre (NIERSC) in St. Petersburg (Russland), Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Mitglied im NABU-Kuratorium und im Aufsichtsrat der Scintec AG in Rottenburg bei Tübingen. Von 1992 bis 1994 sowie von 2001 bis 2004 war Professor Graßl Mitglied und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats „Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) der Deutschen Bundesregierung. In den 1990er Jahren war er zudem u. a. Mitglied von Enquête-Kommissionen zum Schutz der Erdatmosphäre des Deutschen Bundestages sowie Direktor des Weltklimaforschungsprogramms (WCRP) in Genf (1994 – 1999) und von 2007 bis 2015 Vorsitzender des Bayerischen Klimarates. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. 1991 mit dem Max-Planck-Forschungspreis, 1998 mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU und 2002 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem ist Professor Graßl Herausgeber der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Theoretical and Applied Climatology“ und Mit-Herausgeber des Online-Magazins „klimareporter°“.

Heike Bartholomäus ist Geschäftsführerin des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Seit vielen Jahren gestaltet sie die wissenschaftliche Weiterbildung, Hochschulentwicklung und Chancengleichheit an der BTU maßgeblich mit.
Zu ihren beruflichen Schwerpunkten zählen die wissenschaftliche Weiterbildung, Studienqualität, Familienorientierung an Hochschulen sowie die Förderung von Wissenschaftskarrieren. Neben ihrer Tätigkeit an der BTU engagiert sie sich als Sprecherin der Landesgruppe Berlin-Brandenburg in der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) sowie als Hochschulkoordinatorin des Netzwerks Studienqualität Brandenburg (sqb).
Zuvor war sie unter anderem als stellvertretende zentrale Gleichstellungsbeauftragte, Referentin für Familienorientierung und Dual Career sowie als Projektkoordinatorin verschiedener Hochschulentwicklungs- und Gleichstellungsprojekte tätig.