In 55 Minuten auf den Punkt mit Dr. Liya Yu

Dienstag, 19. Mai 2026, 12:00 – 12:55 Uhr

Warum fällt es uns so schwer, mit Komplexität, Vielfalt und widersprüchlichen Perspektiven umzugehen? Warum fallen so viele Menschen auf populistische Botschaften herein, obwohl sie es besser wissen? Und warum helfen gut gemeinte Appelle an Vernunft und Toleranz so selten?

Die Antwort liegt tiefer, als wir denken: in unserem Gehirn.

Polarisierung nimmt zu, Debatten verhärten sich, und der gesellschaftliche Zusammenhalt ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele aktuelle Krisen machen deutlich, wie fragil unsere Demokratie ist. Und wie wenig klassische Ansätze ausreichen, um gesellschaftliche Spaltung zu überwinden. Scheitert unsere Demokratie an den Grenzen unseres eigenen Denkens?

Dr. Liya Yu, renommierte neuropolitische Philosophin und Politikwissenschaftlerin, gibt spannende Einblicke in die Verbindung von Gehirnforschung und Politik. Sie zeigt, welche kognitiven Muster unser Handeln prägen (oft ohne dass wir es merken) und welche neuen Wege die Neuropolitik aufzeigt, um gesellschaftlichen Zusammenhalt wiederherzustellen und unsere Demokratie zu stärken.

Dabei verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen und entwickelt konkrete Impulse. Denn nur wer versteht, wie sein Denken funktioniert, kann anders reagieren egal ob in der Politik oder als Bürger.

Zum Format „In 55 Minuten auf den Punkt mit …“

„In 55 Minuten auf den Punkt mit…“ präsentieren renommierte Wissenschaftler:innen aktuelle Themen aus Forschung und Gesellschaft in kompakten 55 Minuten, genau passend für die Mittagspause. Ein Format in der Veranstaltungsreihe „Jung und Alt bewegt“.

Referentinnen

Liya Yu Portraetfoto

Liya Yu ist neuropolitische Philosophin und Politikwissenschaftlerin. Sie entwickelt einen neurowissenschaftsbasierten Gesellschaftsvertrag, um die politischen Herausforderungen unserer liberalen Demokratien zu bewältigen. Sie ist die Autorin von Vulnerable Minds: The Neuropolitics of Divided Societies (Columbia UP, 2022) und Hirn statt Moral: Warum nur Neuropolitik den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert (Ullstein, 2026). Yu studierte an der University of Cambridge und promovierte an der Columbia University. Sie verfügt über internationale Lehraufträge in den USA, Asien und Europa. Das Philosophie Magazin kürte ihre neuropolitische Theorie zu einer der wichtigsten Ideen für 2025, Brand New Bundestag nominierte sie für den Progressive Science Voices Award 2024. An der Universität der Künste Berlin lehrt sie den weltweit ersten Kurs an der Schnittstelle von Neuropolitik und Performance Kunst. Ihre Interviews und Beiträge zu politischer Neurowissenschaft, Rassismus und Dehumanisierung sind in ARD, ZDF, Die ZEIT, Tagesspiegel, BBC, New Scientist u.v.m. erschienen

Dr. Maria Reinisch studierte Betriebswirtschaft in München. Zu Beginn ihrer Karriere war sie 10 Jahre verantwortlich für Aufbau und Leitung des Marketings eines innovativen Startup-Unternehmens im IT-Umfeld. Ihre Promotion in Humanbiologie machte sie 2018 auf dem Gebiet der Gehirnforschung zum Thema Leadership im Kontext von Selbst- und Fremdperspektive. Sie setzt sich seit vielen Jahren für den innovativen Umbau des Energiesystems und damit verbunden für eine gelingende sozio-ökonomische Transformation ein.

Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) e.V. Davor war sie mehr als 15 Jahre als Top-Managerin in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Business Development für Siemens und Siemens Deutschland im globalen und nationalen Kontext tätig.

In aktuellen Projekten arbeitet sie u. a. zusammen mit Kommunen und Universitäten an für die Energiewende kritischen Fragestellungen im Rahmen der Sektorkopplung und im Kontext einer individualisierte Visualisierung von Energiewendemaßnahmen.