24. Februar 2026 | 1. Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Bücher, die die VDW bewegen“
Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stellt sich dringender denn je die Frage, wie sich die Lage entwickelt hat und welche Konsequenzen sich daraus für Europas Sicherheitspolitik ergeben. Was hat sich seit den ersten Analysen bestätigt? Wo sind neue Dynamiken entstanden? Und welche Schlussfolgerungen brauchen heute eine Aktualisierung?

Erstmalig führte die VDW am 24. Februar 2026 ihr neues Online-Format „Bücher, die die VDW bewegen“ durch. Unmittelbarer Anlass war der vierte Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine.
Götz Neuneck hatte für die VDW 2024 die Studie „Europa und der Ukrainekrieg „ beim Mitteldeutschen Verlag herausgegeben. Vor diesem Hintergrund und angesichts eines nicht enden wollenden, brutalen Krieges hielt es die VDW für sinnvoll, an diesem Jahrestag mit dem Publikum zu diskutieren, ob die Thesen und Folgerungen der Studie noch aktuell sind oder einer Ergänzung bzw. Korrektur bedürfen.
Wolfgang Richter, einer der fünf Autoren, beschrieb als Hauptredner die Änderungen, die sich in den zwei Jahren seit Erscheinen des Buches ergeben haben: so der Übergang von einem Angriffs- zu einem Abnutzungskrieg, die hohen Verluste auf beiden Seiten (ca. 120.000 auf ukrainischer und ca. 250.000 auf russischer Seite) oder die massive Nutzung von Aufklärungs- und Angriffsdrohnen etc. (siehe ausführliche Darstellung im PDF). Die Achillesferse der Ukraine ist die schwindende Personalstärke ihrer Streitkräfte. Die russischen Streitkräfte kommen nur sehr langsam voran, können aber keinen entscheidenden Durchbruch erzielen. Die westliche Doppelstrategie von 2022, Russland mit Sanktionen und Waffenlieferungen an die Ukraine „in die Knie zu zwingen“, ohne über einen Kompromiss zu verhandeln, ist gescheitert. Viele Punkte, die zu einem Waffenstillstand führen können, wie z.B. Gebietsabtretungen, Sicherheitsgarantien oder das zukünftige Sicherheitsumfeld, sind nicht gelöst. Europa überlässt das Verhandeln der Trump-Administration. Ein kooperativer Sicherheitsansatz, der auf einen politischen Interessenausgleich, vertrauensbildende Maßnahmen und Rüstungskontrolle setzt, fehlt.
In der anschließenden Diskussion mit den ca. 30 anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern, äußerten sich weitere Autoren und einige Punkte konnten vertieft werden. Eine ergänzende und verbesserte Neuauflage des Buches könnte dabei einen wertvollen Debattenbeitrag leisten.
Zur Online-Reihe „Bücher, die die VDW bewegen“
Die VDW veröffentlicht eigene Studien und Beiträge und vereint Wissenschaftler:innen, die mit ihren Publikationen gesellschaftliche Debatten mitgestalten. Mit der Online-Reihe „Bücher, die die VDW bewegen“ schaffen wir einen Raum für Austausch: Autor:innen stellen ihre Bücher vor, erläutern zentrale Thesen und diskutieren gemeinsam mit dem Publikum Schlussfolgerungen, die für Gesellschaft und die Arbeit der VDW besonders relevant sind.